Pflege, nicht nur im Alter

Veröffentlicht am 22.10.2018 in Pressemitteilungen

Zu diesem Thema informierte der SPD Ortsverein am 17.10. im Gasthaus „Adler“.

Daniel König, Pflegedienstleiter der Caritas Sozialstation Bühl informierte kompetent über dieses vielschichtige Thema und stellte sich den Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese lauten oft: „ Wer versorgt die betagten Eltern? Bedeutet eine Heimaufnahme ein Abschieben der Angehörigen? Was tun, wenn Pflegepersonen aus der Familie erschöpft sind? und „Was leistet die Pflegeversicherung?

Bei dieser, so der Referent, handele es sich um eine Teilkasko- und nicht um eine Vollkaskoversicherung. Nach Einführung des Pflegestärkungsgesetzes 2 wurden die drei Pflegestufen in fünf Pflegerade umgewandelt. Leistungserhöhungen fanden in den Pflegegraden vier und fünf satt. Bei den Pflegegraden zwei und drei sanken diese und der Pflegegrad 1, früher als Pflegestuf 0 bekannt bezahlt die Kasse lediglich einen Zuschuss von 125 € als zweckgebundenen Entlastungsbetrag.

Trotz höherer Kassenleistungen bei den höheren Pflegegraden, so Daniel König, steigen die Zuzahlungen der Patienten, besonders bei Heimkosten. 73 % von ca. 2,9 Mio. der Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt, davon sehr viele von Angehörigen, 692000 von Sozialstationen. Kurzzeitpflegeplätze, die überwiegend zur Entlastung Pflegender Angehöriger dienen,  wurden seit 2009 abgebaut. Hier müsse dringend nachgerüstet.

Vor Aufnahme der Patienten steht diesen ein Beratungsgespräch zu berichtet der Pflegedienstleiter. Diese dauerten aufgrund komplexer Bedürfnisse immer länger. Wo früher eine halbe bis Stunde ausgereicht habe, benötige die Beratungskraft oft zwei oder mehr Stunden, um deren Bedarf an Pflegeaufwand und Hilfsmitteln festzustellen.

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für die Pflege, z. B. Hilfe beim Be- und Entkleiden, waschen und baden (große und kleine Toilette) etc. Benötigte Hilfsmittel wie Pflegebetten und Badewannenlifte bezahlt die Krankenkasse. Diese übernimmt auch die Kosten für die sogenannte Behandlungspflege wie Medikamentenverwaltung und –gaben, Verbände bei Venenschwäche und Lymphsyndrom, Diabetesbehandlung, u.v.m.

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind oft unattraktiv. Viele Pflegefachkräfte erhalten Vergütungen, die knapp über dem Mindestlohn liegen. Der Schichtbetrieb, Früh-, Spät- und Wochenenddienst belasten. Dazu kommt oft noch die geringe Wertschätzung der Tätigkeit. Es gibt zum Glück Pflegedienste, so Daniel König, die Tariflöhne bezahlen, angelehnt an die Tarifstruktur des Öffentlichen Dienstes und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sorgfaltspflicht angedeihen lassen. Derzeit übernehmen viele sogenannte „Pflegeketten“ kleinere und/oder private Pflegeeinrichtungen (Heime, Tagespflegestätten und ambulante Dienste), die keine Nachfolge finden, wenn die Inhaber in  den Ruhestand gehen. Schlechtere Arbeitsbedingungen, sowie niedrigere Bezahlung der Beschäftigten sind oft die Folge, wenn die Rendite im Mittelpunkt steht.

Zudem mangelt es derzeit an ausgebildeten Pflegekräften in Deutschland. Die Bundesregierung will deshalb ausländische Pflegekräfte anwerben. Die Ausbildungen von Fachkräften der Länder Republik Kosovo, Philippinen, Serbien und Spanien werden bei uns unter gewissen Voraussetzungen anerkannt. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind ebenfalls Voraussetzung. Ohne Landessprache können sich auch die besten Pflegekräfte nicht mit den Patienten verständigen.

Die Komplexität dieses Themas würde einen weiteren Abend füllen

 

Vorstand OV Ottersweier

 

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